Von einem Menschen am Boden

Egal, was passiert, das Leben geht einfach weiter. Die letzten anderthalb Jahre kommen mir vor wie ein halbes Leben.

Ich bekam eine letzte Chance, meinen Abschluss in Germanistik zu machen und darf mich letztendlich doch einen „Bachelor of Arts“ nennen, nachdem das gute zwei oder drei Semester auf der Kippe stand.

Nach dem Abschluss ließ man mir keine Zeit, etwas durchzuatmen, die Rechnungen wollten bezahlt werden. Und so kam ich zu meinem jetzigen Job. Dabei sehe ich viele Abgründe der Menschen (neben ein paar Ausnahmen). Den ganzen Tag über klingeln mir die Ohren und um mich herum summt es wie ein Bienenschwarm. Das war nicht das, was ich mir für mein Leben nach dem Studium vorgestellt hatte. Zudem mir auch das dicke Fell fehlte.

Und dann kam der Tiefpunkt. Menschen wurden mir unerträglich, unter Fremden bekam ich Panikattacken. In Menschenmengen lief mir der kalte Schweiß aus jeder Pore und ich wollte an einen sicheren Ort flüchten. Öffentliche Verkehrsmittel waren eine Folter – ich war am ganzen Körper verkrampft und hatte das Bedürfnis, mich zu übergeben. Ich wollte dieses Leben nicht. So konnte ich nicht weiterleben.

Und dann bekam ich am Arbeitsplatz einen Heulkrampf und kam über Wochen nicht mehr.

Dazu sei anzumerken, dass ich sehr froh bin, dass ich solche Kollegen und Vorgesetzten habe, die sich damals toll verhielten und mir den Rücken freihielten. Unter anderem halfen sie mir mit zurück aus jenem dunklen Abgrund, wofür ich sehr dankbar bin.

Seitdem sind mehrere Monate vergangen und es geht mir besser. Ich wage mich wieder unter Menschen, gehe zur Arbeit und habe nun ein dickes Fell. Doch während ich am bisher dunkelsten Punkt meines Lebens war, passierte etwas mit meinem Gehirn und das hält bis heute an.

Meine Kreativität ist weg. Diese Selbstverständlichkeit, mit der mein Hirn mir all diese Ideen zuwarf, mir Impulse über Sinneseindrücke gab, existiert nicht mehr. Wo ich früher keine Mühe hatte, Szenarios aus einem Bild, einem Lied, einer Unterhaltung entstehen zu lassen, ist heute nichts mehr.

Das erste Mal in meinem Leben lässt mich meine flatterhafte Muse im Stich. Sie ist fort.

Lange Zeit habe ich überlegt, ob ich aufhören werde, doch das möchte ich nicht. Dann muss ich eben härter daran arbeiten.

Aber bis ich zu dieser Entscheidung kam, verging viel Zeit.

Also: Auf ein neues Kapitel.

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Das Projekt mit den Hexen und Gräbern (Schreibaufgabe Nr.32)

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Ich weiß, ich weiß, Halloween ist noch etwas hin, aber mir fiel für die Schreibaufgabe spontan nichts anderes mit Hexen ein. Warum Hexen? Ja, gute Frage.

Mondlicht hatte sich ja auch gewünscht, mal einen Einblick in meine Projekte zu bekommen und das will ich hier mal tun:

Nach langer Zeit habe ich mich mal wieder entschlossen, einen Schreibwettbewerb für eine Kurzgeschichte in Angriff zu nehmen – Thema: Liebe zwischen Welten; Halloween soll auch drin vorkommen. Bis Mitte August ist noch Zeit.

Tatsächlich hatte ich erst vorgestern die Idee dazu – nicht ganz aus heiterem Himmel, aber irgendwie mit dem Unterton „Da hätte ich schon früher dran denken können!“… Versteht ihr, was ich meine?

Wie ihr euch denken könnt, kommen bei mir Hexen/Zauberer und Hexerei vor, ein paar Gräber und Tote, die nicht schweigen wollen.

Gerade bin ich dabei, die Charaktere auszuarbeiten: bei ihr klappte das ganz hervorragend – sie hat es mir recht einfach gemacht. Aber ER will noch nicht so richtig. Junge, offenbare mir dein Innerstes – und er? Der ziert sich noch. Aber der wird schon noch warm mit mir. *zwinker* Das werden sie am Ende ja alle. *lach*

Geplottet habe ich auch schon – obwohl ich noch immer keinen guten Einstieg habe. Zur Not muss ich in der Mitte anfangen.

Wie ihr seht, stehe ich noch so ziemlich am Anfang, aber es wird. Ich bin so ein kleiner Alles-vorher-Planer und bleibe recht lange bei den Charakteren und dem Plotten. Vielleicht muss ich mal den Sprung ins kalte Wasser wagen…

 

Wie ist das bei euch – wie geht ihr eure Projekte an? Und was ist gerade bei euch aktuell?

 

 

Schlechte Angewohnheiten (oder: Schreibaufgabe Nr.31)

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Ich habe die vergangene Woche mal wieder gemerkt, dass ich sie habe, wie jeder sonst auch: schlechte Angewohnheiten – hier mal explizit auf das Schreiben bezogen.

Das fing an, als ich mir Gedanken wegen des letzten Satzes im vorangegangenen Beitrag machte – der Einfluss meiner Familie, mal vom Inhalt meines Schreibens gesehen. Eigentlich wollte ich das so weiterführen, aber mir fiel nichts so richtig ein. Was reinnehmen; gehört das überhaupt dazu; ich weiß nicht mal, ob sie mich inhaltlich so sehr beeinflussen… Sagen wir mal, das steigerte sich immer weiter und ich kam nicht klar.

Und bevor ich mich versah, war schon eine Woche um.

Deswegen habe ich kurzfristig umgesattelt und mache mal meine schlechten Angewohnheiten beim Schreiben zum Thema. Zumindest, soweit sie mir bewusst sind.

Dann fange ich mit dem schon genannten an: wenn ich nicht weiterweiß, verfalle ich ins Nachdenken und schiebe es immer weiter auf, bis ich es dann nach 3 Wochen oder 2 Monaten, oder wann auch immer, ganz sein lasse. Ich sage mir, dass es ja nur auf Eis gelegt ist, aber mal ehrlich: wann holt man sowas tatsächlich aus der Schublade? Bei mir passiert das viel zu selten und es modert dann vor sich hin.

Das war auch meine Befürchtung, den Blog betreffend: irgendwann denke ich zu viel nach und schreibe dann gar keine Beiträge mehr. Ich will hier am Ball bleiben und ich hoffe, ihr unterstützt mich, soweit es möglich ist. (Es reicht ja oft schon, wenn ich sehe, es wieder jemand meinen Blog besucht und ein Kommentar ist dann erst recht ein großer Anreiz – so doof das vielleicht klingt, mich von solchen Äußerlichkeiten abhängig zu machen, aber manchmal brauche ich das.)

Noch so eine miese Eigenart von mir ist „Story-hopping“, wie ich es mal nennen will. Komme ich in einem Plot bei der Planung nicht weiter, oder auch in einem Kapitel, erscheint mir dann eine anderes Projekt oder auch eine neue Idee für eine Geschichte so verlockend, dass ich oft genug nicht widerstehen kann. Leider – so komme ich am Ende nicht weiter.

Was ich auch schon öfter in vergangenen Beiträgen erwähnt habe, ist mein Perfektionismus während des Schreibens. Bei der Überarbeitung ist er vollkommen in Ordnung und erwünscht, aber davor behindert er mich eher. Aber wie gesagt, ich arbeite daran, unter anderem ja mit den Schreibaufgaben.

Und als letzten Punkt habe ich wieder so einen Tick von mir, der total – ja, was? Ich habe immer so meine Zeiten, in denen ich lieber mit Tastatur, Füller, Bleistift oder Kugelschreiber schreibe. Und dann will ich nur damit schreiben, weil ich beim Bleistift beispielsweise gerade die Strichführung und den Widerstand des Papiers mag, und die Art, wie er in der Hand liegt. Das ist alle paar Wochen plötzlich vollkommen anders. Ich weiß, dass es mit dem PC am einfachsten wäre, am besten zu bearbeiten geht, aber da will mein Hirn oft nicht mit. Und dann ist da auch noch der Widerspruch mit dem perfektionistischen Teil, der z.B. sagt, dass ich, wenn das Notizbuch mit Füller begonnen wurde, es so auch weiterführen soll. Bleistift oder Kuli hat darin dann nichts zu suchen. Dann muss ich eben ein anderes anfangen – was total dämlich ist. Aber ich kann manchmal echt nicht anders. Eigentlich ist es am Ende ja egal, wie es zustande kam, Hauptsache, das Ergebnis steht.

Na ja, mit solchen Sachen plage ich mich rum. Leider bekommt man eine Angewohnheit nicht so leicht wieder weg, wenn man sie hat – oder kommt mir das nur so vor?

Wie seht ihr das? Und habt ihr auch schlechte Angewohnheiten beim Schreiben?

Das würde mich auch mal interessieren – wenn ihr es mir denn verraten wollt. *zwinker*

Die liebe Familie (oder: Schreibaufgabe Nr.30)

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Es wurde die Frage gestellt, wie meine Familie das Schreiben beeinflusst und darauf möchte ich nun antworten. (Danke für die Frage Mondlicht.)

Ich zupfe das ganze mal auseinander und fange mit meiner Mutter an. Als ich mit 16 Jahren anfing, wie wild zu schreiben und auch erklärte, ich werde Autor, reagierte sie recht positiv. Ob sie etwas lesen dürfte und so weiter. Nur mit den Jahren wurde meine Mutter immer – ja, wie soll ich es sagen. Sie hielt es für eine Phase, die vorbeigeht. Spätestens, wenn ich mit der Uni fertig bin. Ich bin nun fast fertig und meine Mutter besteht darauf, dass ich das Schreiben einstelle. Es werde sowieso nichts und ich solle mich der Realität stellen, die Geld-verdienen heißt. Das gehört zum Erwachsenwerden und ich soll es mit der Kindheit endlich ablegen.

Niemals! Na ja, sie wartet nun wohl eher still darauf, dass ich das Handtuch werfe.

Mein Vater erwiderte damals auf meinen Wunsch, Autor zu werden, mit einer seiner ach so tollen Spontanideen: lass uns einen Verlag gründen. Aber sonst kam nichts mehr großartig in die Richtung und er meint wohl, wenn ich das will und auch durchziehe, dann ist das mein Weg. Oder auch nicht – ausprobieren. Hat er auch.

Meine jüngere Schwester steht dem eher trocken gegenüber. Sie hat schlichtweg kein Interesse. Das geht bei ihr ins eine Ohr rein und durchs andere raus. Zumal sie Bücher nicht liest, sofern sie keine wissenschaftlichen Inhalte haben. Romane und dergleichen können ihr gestohlen bleiben. Sie guckt dann den Film dazu. Sie braucht Bilder und Bewegung. Soll sie sich selbst etwas vorstellen, kommt sie nur mit genauen Angaben aus – wie groß ist der Ball, welches Rot ist es genau, wie sieht der Boden aus, welcher Stein genau, welche Ecke… das geht ewig so weiter. In einem Film gibt es ja nur die eine Möglichkeit und ihr Hirn überhitzt nicht. (Zumindest kommt mir das immer so vor.) Ich brauche ihr also nichts von meinen Ideen und Plots und Charakteren erzählen, da kommt keine Reaktion. Besonders, wenn da gerade keine Action ist oder die Wendung des Jahrhunderts.

Auch im weiteren Familienumfeld erzähle ich nicht viel über meine Leidenschaft. Nicht, seit ich einer meiner Cousinen etwas davon erzählte und um was es in meiner Geschichte geht – und sie geht damit direkt zu ihren Eltern und die haben dann dieses gönnerhafte Lächeln und ihre Scherze parat. Wenn es soweit ist, sehen sie mein Buch. Fertig.

Ich hatte nie so sehr das Gefühl, dass meine Familie mich ernst nimmt , aber sie haben sich auch nie eingemischt. Und ein Bekannter sagte mir mal, dass er mich darum beneidet, denn seine Eltern waren total dagegen und glauben ihm erst, wenn sein Buch da ist. Insofern bin ich mit der Situation ganz zufrieden.

 

Zu einem späteren Zeitpunkt komme ich noch darauf zu sprechen, inwiefern meine Familie mich von der inhaltlichen Seite beim Schreiben beeinflusst – aber jetzt muss ich erstmal zur Arbeit.

Dann woll’n wir mal wieder! (oder: Schreibaufgabe Nr.29)

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Es ist wirklich mehr als genug Zeit vergangen seit ich meine Herangehensweise ändern wollte. Jetzt ist es soweit und ich melde mich mit einer neuen Aufgabe und meinen Überlegungen zurück.

Lange beschäftigte mich, was ich denn mit Musenzeit wirklich erreichen will.

Im Grunde will ich mich wieder zum Schreiben bringen – und auch euch, wenn ihr deswegen hier seid. Dabei soll erstmal nicht auf die Qualität geachtet werden, denn verbessern kann man später immer noch. Ich will, dass ihr euch erlaubt, schlecht zu schreiben (und das ist gar nicht mal so einfach, glaubt mir). Für mich war und ist das immer noch ein riesiges Problem, denn ich bin eigentlich ein Perfektionist, der erst ein Wort aufschreibt, wenn es sitzt. Nur oft genug war am Ende dann gar nichts auf dem Blatt. Nicht gerade sehr aufbauend. Deswegen will ich mir zu eigen machen, dass man lieber schlecht schreibt, bevor man gar nichts schreibt.

Dementsprechend dürften dann auch so einige Lösungen von mir aussehen, die ich einstelle. Schreiben ohne groß nachzudenken. Es darf schlecht sein – denn wozu gibt es sonst die Überarbeitung? Und man überarbeitet ja auch nicht nur ein- oder zweimal. Deswegen kein Stress: erlaubt euch, auch mal schlecht zu schreiben. Es ist nichts dabei, ihr müsst es niemandem zeigen. Meinetwegen kann es auch in die Tonne wandern, wenn es euch lieber ist. Aber erstmal fangt wieder an zu schreiben. Eine leere Seite kann man nur schlecht überarbeiten, nicht wahr?

Ich möchte euch schlicht und einfach von der leeren Seite wegbringen; euch inspirieren. Für meinen Teil habe ich gemerkt, dass mir so ein weißes Blatt am Ende mehr Sorgen macht, als ein schlecht geschriebener Absatz. Immerhin hatte ich dann etwas vorzuweisen –  wenn es auch eher für mein Gewissen war.

Zum Thema der Lösungen wollte ich euch auch noch etwas sagen: ich mache beileibe nicht jede Aufgabe, aber ich möchte auch nicht jedes Ergebnis, das ich habe, einstellen. Manche fallen in die Kategorie „Könnte ich später noch verwenden“ und dann möchte ich nicht, dass sie im Netz kursieren. Aber ich werde mich bemühen, mehr Lösungen zu posten – wer sie dann sucht, findet sie aber eher in den Kommentaren.

Und zum Ende noch die kleine Info, was mich gerade am meisten beim Schreiben beschäftigt: ich will mich wieder ordentlich in die Charaktere und ihre Gefühlswelt „einarbeiten“/ „einfühlen“, denn in den letzten Monaten habe ich mich nur an der Oberfläche von meinen eigenen aufgehalten. Das ist schlichtweg deswegen, weil ich Angst habe, auf was ich stoße, wenn ich tiefer gehe. Doch so kann es nicht ewig weitergehen und wenn es sogar mein Schreiben (negativ) beeinflusst, wird es Zeit, es in Angriff zu nehmen. Solltet ihr zu dem Thema Tipps oder ähnliches für mich haben, höre ich sie mir gern an.

Die Aufgaben werden ab jetzt wohl in Rhythmus von drei Tagen kommen, soweit der Plan.

Dann bedanke ich mich erstmal, dass ihr die Geduld hattet, bis hierher zu lesen, und wünsche euch viel Erfolg und viele Ideen beim Schreiben!

Schreibaufgabe Nr.28

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Im Moment weiß ich nicht so recht weiter in einigen Dingen und versuche, mir eine neue Herangehensweise zuzulegen. Auch wegen Musenzeit überlege ich.

Ich lese weiterhin Cathy Yardleys „Write everyday“, doch ich merke schon, dass es emotional gesehen für mich gar nicht so einfach ist – bezogen auf den Teil mit der Angst. Es ist nie leicht, ihr auf den Grund zu gehen. Und irgendwas sträubt sich in mir; aber gerade das ist dann wohl der Punkt, an dem ich ansetzen muss.

Schreibaufgabe Nr.27

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Vielleicht sollte ich es mit meinen Deadlines aufgeben – oder sie zumindest realistischer legen. Nicht nur für Musenzeit, sondern auch allgemein. Ich denke immer: so und so viel Zeit brauche ich dafür, nur passt das dann hinten und vorne nicht. Manchmal bin ich einfach nicht so schnell, wie ich es gern hätte.Vielleicht sollte ich wirklich mal die Zeit stoppen, wie lange etwas dauert.