Szenenskizzen

Man ist ungeduldig und will endlich mit dem Roman anfangen. Worum es geht, ist soweit klar, die Charaktere stehen – nichts kann dich noch aufhalten. Oder?

Schreibt man einfach drauflos, kann das schnell in ein Chaos führen, aus dem man sich nicht mehr so leicht befreien kann.

Für mich stellte sich das Entwickeln eines Romans während des Schreibens schon früh als Sackgasse heraus – ebenso das Schreiben einer Szene.

Nun plotte ich meine Geschichten und meine anstehende Szene notiere ich kurz, bevor ich sie dann tatsächlich schreibe. Dabei gibt es keine Beschreibung und keinen Dialog: ich frage mich, wo ich die Szene beginne und wann sie endet. Wie komme ich von Punkt A zu B zu C? Enthält die Szene z.B. einen Streit, notiere ich, wie er beginnt, wohin er führen soll und welche wichtigen Punkte eingebracht werden sollen.

Diese 5, vielleicht 10 Minuten, um die Szene schnell zu skizzieren, sparen mir viel Zeit und so einigen Ärger. Manchmal verschlang so eine verfahrene Szene einen ganzen Tag, doch jetzt erkenne ich, wann sie in eine falsche Richtung geht. Ich kann es noch auf dem Notizblock korrigieren – nun spare ich hunderte, vielleicht tausende Worte, sowie Zeit und Nerven. Es reicht dafür schon eine Stichpunkteliste zum Notieren, was passieren wird.

Dabei achte ich auch gleich darauf, dass die Szene

  • die Geschichte/ den Plot vorwärtsbringt
  • neue Informationen enthüllt
  • den Leser weiterzieht (er soll weiterlesen wollen)
  • dabei nicht zu langatmig ist

Vielleicht sollte ich den Punkt mit der Langatmigkeit noch ausführen: ich meine damit, dass manche Szenen durchaus kombiniert werden können, wodurch man die Handlung beschleunigen kann. Als Beispiel nehme ich mal eine Szene aus dem Hauptplot, angenommen eines Krimis, und eine aus dem Subplot, hier eine Liebesgeschichte.

Nehmen wir an, unsere Hauptperson versucht ein Geheimnis zu lüften und wird dabei von ihrem potentiellen Liebhaber begleitet. Der Liebhaber aber befürchtet, dass die Hauptperson mit dem Geheimnis auch seine Beteiligung entdeckt und will sie deswegen an dessen Entdeckung hindern oder sie ob der enthüllten Informationen verunsichern.

Man könnte nun vorher eine Szene einbauen, wie er ihre Ermittlungen behindert oder man lässt ihn hinterher das Geheimnis als Unsinn darstellen. Oder man kombiniert das mit der Hauptszene, wie die Hauptperson das Geheimnis entdeckt, während der Liebhaber sie subtil behindert und während der Enthüllung verunsichert, indem er z.B. den Informanten als verrückt darstellt.

Durch die Kombination dieser beiden Szenen entsteht noch mehr Spannung und der Leser wird kaum erwarten können, was auf der nächsten Seite passiert.

Doch das ist nicht bei jeder Szene möglich oder ratsam – man kann es vorher im Kopf (oder der Szenenskizze) ausprobieren, was besser funktioniert.

 

Und noch als kleinen Zusatz möchte ich euch eine Checkliste für Szenen mit auf den Weg geben, die ich persönlich gut finde und auch gern mal benutze.

Bild

Quelle

Solltet ihr euch noch die Details für diese Liste ansehen wollen, findet ihr hier und hier noch nähere Erklärungen dazu.,

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Ein Gedanke zu “Szenenskizzen

  1. Hey,
    das ist ja ein hübscher Blog hier. Dein Artikel gefällt mir echt gut, besonders diese Übersicht ist klasse. Die Seite von Jami Gold werde ich mir auch mal genauer anschauen und deinen Blog verlasse ich auf gar keinen Fall ohne Abo. 🙂

    Schau doch auch mal auf meinen Blog. Bei mir gibt es auch jeden Dienstag etwas zum Schreiben. 🙂

    Ganz liebe Grüße ❤
    Kim

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