Schreibaufgabe Nr.26

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Und einmal mehr ist es schon später Nachmittag und erst jetzt stelle ich die Aufgabe ein. Soll ich nun wütend auf mich sein? Das trägt wohl auch nicht viel zur Besserung der Situation bei. Aber es fällt schwer, sich nicht selbst runterzumachen. Und warum tut man das überhaupt?

Ich versuche einen Schritt wegzugehen und die Sache aus der Entfernung zu betrachten: warum fällt es mir gerade schwer, die Schreibaufgaben früher einzustellen? Ich war heute Vormittag wach – Arzttermin- und Zeit wäre da gewesen.

Vielleicht hilft mir Cathy Yardleys Buch dabei: „Write everyday“. Ich bin gerade beim Thema Zeitmanagement und komme bald zu den versteckten Ängsten, die uns behindern können. Immerhin bin ich schon soweit, dass sie sagt, man soll sich nicht selbst zerfleischen – das nützt alles nichts. Da kann ich ihr nur zustimmen – eigene Erfahrung über die Jahre. Mir ging’s immer besser damit, wenn ich nicht zu hart gegen mich war. Auch wenn ich heute nicht geschrieben habe, wie ich es mir vorgenommen hatte – so als Beispiel.

Ich denke, bei mir ist es (gerade) kein Zeitproblem, sondern irgendwas ist da versteckt in meinem Unterbewusstsein. Und irgendwie habe ich bammel davor, es offenzulegen. Immerhin: wer will schon die Leiche aus seinem Keller ausgraben und ihr ins Gesicht sehen? Reicht es nicht, dass ich da so eine Ahnung habe, dass da was lauert? Tja, leider nicht.

Also: holt Schaufeln und Fackeln und dann lasst uns graben, um der Leiche ins verrottete Gesicht zu sehen! Schreckt nicht zurück und legt mit mir offen, was tief dort unten verborgen liegt!

Nein, mal ehrlich – wer will das schon? Auch wenn es muss? Wie seht ihr das?

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